Einsatz vor Ort in Lesbos – der „Lampedusa Griechenlands“

Hoffnung auf den Kontinent der unbegrenzten Möglichkeiten, Not im Verborgenen

content_imagekalimera_3Mit dem Exodus der Menschen aus Nahost, Afrika und Asien erlebt Europa heute die größte Flüchtlings-Katastrophe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Allein 800.000 Menschen will Deutschland in diesem Jahr aufnehmen – ob diese Prognose noch nach oben korrigiert werden muss, bleibt abzuwarten. Mit der überraschend herzlich gelebten Willkommenskultur zahlloser Menschen setzt die Bunderepublik wichtige humanitäre Zeichen in Europa. Und ein Stück dieser Hilfe praktizieren wir dort, wo Flüchtlinge zum ersten Mal Europa betreten: Auf der griechischen Insel Lesbos.

 

Die griechische Begrüßung „Kalimera“ („Guten Tag“) ist das Leitmotiv unserer Arbeit vor Ort: KAtastrophe in Lesbos LIndern: Hilfe für MEnschen am RAnd. Warum in Lesbos? Mit dem immer stärker Anschwellen der Flüchtlingsströme aus der Türkei gilt die Insel in der Nordost-Ägäis heute als das „Lampedusa Griechenlands“:  Hunderttausende haben Lesbos inzwischen über die kurzen Seewege von der Türkei aus erreicht – meist in überladenen Schlauchbooten. Wie viele Flüchtlinge dabei heftigen Stürmen und tückischen Meeresströmungen zum Opfer gefallen sind, bleibt im Dunkeln.

 

content_image_2_kalimeraIn den Booten drängen sich Menschen aller Altersgruppen – von Senioren bis zu Kleinstkindern. Sie alle betreten an den steinigen Küsten Griechenlands den Kontinent ihrer unbegrenzten Hoffnungen: Europa. Sie jubeln. Und wissen nicht, was ihnen bevorsteht. Denn Griechenland, ohnehin krisengeschüttelt, sieht sich bei der Bewältigung der Flüchtlingskatastrophe von Europa allein gelassen. Lippenbekenntnisse aus Brüssel können das schwer beschreibliche Chaos nicht verhindern, das Insel-Bürgermeister Spyros Galinos so beschreibt: „Unser Haus brennt.“

 

Allein in der Insel-Hauptstadt Mytilini mit ihren knapp 30.000 Einwohnern vegetieren bis zu 20.000 Flüchtlinge: In den beiden mehr als provisorischen Lagern Moria und Karatepe, in den Parks und auf den Grünflächen des Ortes – und vor allem am Hafen, wo bis zu 4.000 Menschen auf die ersehnte Fähr-Passage nach Athen warten, bisweilen wochenlang. Die Versorgung der Flüchtlinge ist aufs Allernötigste beschränkt. Die hygienischen und sanitären Lebensbedingungen der Menschen sind katastrophal. Und der Winter mit eisigen Winden und Dauerregen rückt unaufhaltsam näher.

 

Doch nicht allein die Flüchtlinge leiden Not. Kein Rettungsschirm, kein Hilfspaket hat bislang die immer weiter verarmende griechische Bevölkerung erreicht. Insbesondere ältere Menschen sind es, für die das ohnehin grobmaschige Netz des Athener „Sozial“-Staates zerrissen ist. Die sich nur noch schwer das tägliche Brot leisten können. Und für die schon die Standard-Medizin in der Apotheke unerschwinglicher Luxus ist. Anders als bei den Flüchtlingen vollzieht sich die Not dieser Menschen nicht vor aller Augen. Sondern im Verborgenen.

 

KALI:MERA leistet Hilfe – sowohl für die Flüchtlinge als auch für den notleidenden Teil der griechischen Bevölkerung.

Was wir bereits vor Ort tun, erfahren Sie unter dem Menüpunt Unsere Projekte.